Tag des Klinefelter im FrĂŒhling 2023

Der Verein 47xxy Klinefelter-Syndrom e.V. ruft im FrĂŒhling 2023 erstmals den „Klinefelter-Tag“ aus. Unter dem Motto: „Ein extra X – das macht doch nix!“ will der Selbsthilfeverband an diesem Datum auf die Chromosomenanomalie aufmerksam machen, bei der die Betroffenen im Vergleich zur Restbevölkerung ein zusĂ€tzliches X im sonst ĂŒblichen Karyogramm 46,XY haben.

Obwohl jeder 500. Neugeborene mit der AuffĂ€lligkeit auf die Welt kommt, ist die Aufmerksamkeit fĂŒr diese Variante der Chromosomenverteilung noch immer sehr gering. Dabei können mit dem Muster 47X,X,Y einhergehende Gesundheitsstörungen wie eine niedrige VerfĂŒgbarkeit von Geschlechtshormonen, Hodenhochstand, GynĂ€komastie, soziale Reifeverzögerungen oder einer vermehrten AnfĂ€lligkeit fĂŒr Diabetes mellitus, Osteoporose oder MuskelschwĂ€che bei frĂŒhzeitiger Erkennung gut ausgeglichen und therapiert werden, sodass ein völlig normales Dasein möglich ist.

Entsprechend will der Verein mit dem Klinefelter-Tag gerade Eltern, PĂ€dagogen, KinderĂ€rzte und Jugendliche sensibilisieren, auf Anzeichen fĂŒr ein Klinefelter-Syndrom zu achten und dabei helfen, sich im Verdachtsfall diagnostische und behandelnde UnterstĂŒtzung bei Fachpersonen zu suchen. Wie Bernhard Köpl und Dirk MĂŒller erklĂ€ren, bedarf es zudem einer Entstigmatisierung von Klinefelter-Betroffenen, die oftmals mit einer möglichen IntersexualitĂ€t umgehen mĂŒssen und dafĂŒr RĂŒckhalt aus ihrem Umfeld benötigen: „Unserer Überzeugung nach sind wir aber nicht selten die glĂŒcklicheren Menschen, weil wir aus eigener Erfahrung heraus ein großes Herz oder Toleranz fĂŒr Anderssein haben“.

Das Klinefelter-Syndrom, das eine von mehreren Ursachen fĂŒr einen Hypogonadismus (Unterfunktion hormonproduzierenden Organe) darstellt, stellt nach Meinung des Vereins kein Defizit dar: „Viel eher wissen wir aus den Kontakten mit Unsersgleichen um die bereichernden Eigenschaften von Klinefelter-Menschen, die nicht nur gegenĂŒber sich selbst, sondern auch bei ihrem Umfeld oftmals als sensibel, feinfĂŒhlig und verstĂ€ndnisvoll gelten. Diese Botschaft soll im Zentrum des Tages stehen, zu dessen Ausgestaltung wir in den nĂ€chsten Wochen umfangreiche Vorbereitungen und inhaltliche Abstimmungen angehen und dann rechtzeitig ĂŒber unser Programm unterrichten werden“, so Köpl und MĂŒller.